Verjährung

Soweit in Spezialgesetzen nichts anderes bestimmt ist, gelten die Grundregeln von OR 60. Die Ansprüche des Geschädigten verjähren innerhalb der allgemein für sehr kurz gehaltenen Frist von einem Jahr seit Kenntnis von Schaden und Person des Haftpflichtigen (relative Verjährungsfrist), jedenfalls aber nach zehn Jahren seit dem Schadensereignis (absolute Verjährungsfrist).

Die relative Frist beginnt erst mit der tatsächlichen Kenntnis zu laufen: Kennenmüssen genügt nicht.

Ist die unerlaubte Handlung auf eine Straftat zurückzuführen, kommen die allenfalls längeren Verjährungsfristen des Strafrechts zur Anwendung. Dies gilt sowohl für die Schadenersatzansprüche sowie die Genugtuungsansprüche des Direktgeschädigten und der Drittgeschädigten (Reflexsachaden von Angehörigen).

Spezialgesetze enthalten teilweise eigene Verjährungsfristen (z. B. Produktehaftpflichtgesetz [PrHG 9, 10], Strassenverkehrsgesetz [SVG 83] etc.). Sie gehen den  allgemeinen Verjährungsbestimmungen von OR 60 vor.

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